Italien

In der Idylle Norditaliens unterwegs – Eine Reise in die Prosecco Gegend

Nach unserer Woche in Österreich gönnten wir uns 2 Nächte in Norditalien, in der Provinz Treviso genauer gesagt. Unser Dorf hieß Maser und lag nahe der Prosecco Straße. Unser „Hotel“ war unweit der Familien Prosecco-Kellerei und wir hätten es nicht besser treffen können.

Die äußerst freundliche Besitzerin gab uns nicht nur super coole Ausflugstipps, sondern organisierte uns am letzten Tag auch noch eine Führung mit anschließender Prosecco Verkostung in der hauseigenen Kellerei, aber dazu noch später mehr.

 

Hotel

Agriturismo Sant’Andrea

Das Beste an unserer Residenz war eindeutig das herrliche Frühstück und der idyllische italienische Flair. Die Zimmer waren zwar etwas altmodisch eingerichtet, dies störte aber in keinster Weise. Es war wirklich alles sehr sauber und uns fehlte es an nichts. Morgens gab es das leckere Frühstück auf der Terrasse zwischen den Weingärten, wirklich sehr schön. Ab dem ersten Moment konnten wir abschalten und neue Energie tanken. Obwohl wir ca. 1 Stunde vor dem eigentlichen Check-in angekommen sind, wurde uns sofort unser Zimmer bereitgestellt. Das komplette Hotel war total LGBTQ freundlich und wir fühlten und wirklich sehr wohl.

 

 

 

Führung durch die Kellerei von Martignago

Eines unserer Highlights dieser Reise war definitiv die Führung durch eine Prosecco Kellerei mit anschließender Verkostung. Proseccos aus der Kellerei von Martignago sind von höchster Qualität und einige ihrer Weine wurden sogar als DOCG ausgezeichnet. DOCG ist eine kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung und ein Zeichen für ausgezeichnete Qualität. Die Ernte der Trauben für Prosecco ist Anfang September. Wir waren zu einem günstigen Zeitpunkt dort, denn die Kellerei war sauber und somit konnten wir alles begutachten. Prosecco darf nur in einer speziell geschützten Gegend so genannt werden, wird er außerhalb dieser Gegend rund um Maser und der Prosecco Straße angebaut, darf der Name Prosecco nicht verwendet werden. Prosecco wird in verschiedenen Versionen hergestellt, abhängig vom Zuckergehalt der Weine. Extra dry ist der süßeste von allen, extra brut ist quasi zuckerfrei. Die Führung war zu unserem Glück auf Englisch und wir möchten uns an dieser Stelle nochmal bei den Besitzern bedanken, die uns diese Führung ermöglichten.

 

 

Maser

In Maser selbst gibt es außer ein paar Prosecco Kellereien nicht viel zu sehen. Richtung Montebelluna gibt es jedoch mehrere Outlets wie Hilfiger, Northface & Replay zu besuchen. Ein sehr gutes Restaurant können wir zwar empfehlen, es ist ca. 50m vom Agriturismo Sant’Andrea entfernt: Ca Bastian Ristorante. Die Spaghetti mit Muscheln sowie die Gnocchi waren ein Traum.

 

Bassano del Grappa

Am ersten Tag besuchten wir Bassano del Grappa. Bassano liegt ca. 30km von Maser entfernt und ist in 45 min mit dem Auto zu erreichen. Lustig ist, dass das Leben hier erst nach 15:00 so richtig los geht, davor sind die Straßen praktisch menschenleer. Den von uns so sehr gesuchten italienischen Flair und Baustil haben wir in diesem Örtchen auf jeden Fall gefunden: kleine Gassen, süße Caffees, Läden mit regionalen Spezialitäten etc.

 

 

Wie der Name Bassano del Grappa vermuten lässt, befinden sich in diesem Ort einige Grappa Destillerien. Eine der bekanntesten ist die Destillerie „Poli“ mit ihrem historischen Grappa Museum. Das Museum ist kostenlos und auch Grappa kann hier gratis getestet werden. Eine weitere sehr süße, und unserer Meinung nach gute Destillerie ist „Nardini“. Sie befindet sich direkt vor der historischen Holzbrücke Ponte degli Alpini aus dem Jahre 1569. Unbedingt empfehlenswert: Die Leon Bar am Piazza Liberta. Wenn ihr jedoch euren Prosecco am Ufer der Breda mit Blick auf die Ponte degli Alpini genießen wollt, ist die Ostaria ca Brando sehr zu empfehlen.

 

 

Prosecco – Straße

Die „Strada del Prosecco“ ist ca 35km lang und geht von Valdobbiadene bis nach Conegliano. Unser Ausgangspunkt war Valdobbiadene.

 

 

Von dort aus fuhren wir mit dem Auto in Richtung Santo Stefano. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir einen wundervollen Aussichtspunkt, von welchen aus man einen atemberaubenden Blick über die Weinberge hat: Neben der Osteria alla Terrazza befindet sich ein Parkplatz und von hier aus kann man tolle Fotos machen.

 

 

Weiter ging es nach Santo Stefano – Guia – Combai – Miane – Follina – Cison di Valmarino bis hin zum Lago di Lago. Der Lago ist leider etwas verschmutzt und schwimmen ist nicht zu empfehlen, aber die Aussicht war einfach nur herrlich. Nach einem Sonnenbad ging es weiter in Richtung Tarzo – Corbanese – Bagnolo und schließlich Conegliano. Wir hatten einen unvergesslichen Tag und sahen wirklich coole und außergewöhnliche Dinge. Leider waren wir an diesem Tag etwas kränklich, somit konnten wir keine Wanderung durch Weingärten unternehmen.

 

 

Essen & Trinken

Bar Oficina di Paul e Peter

Via Ponte di Pagnano 9, 31011 Asolo, Italia

Wir möchten noch kurz ein kleines Lokal erwähnen, welches wir durch Zufall gefunden haben. Leider ist es in dieser Gegend Italiens zu dieser Jahreszeit leider so, dass viele Restaurants und Caffees an Wochentagen geschlossen sind, oder früher schließen oder einfach viele Ruhetage haben. Deswegen hatten wir an unserem letzten Abend auch kein Glück, eine noch offene Pizzeria in Maser oder Asolo zu finden. Im Nachhinein sind wir froh, soviel durch die Gegend gefahren zu sein, denn sonst hätten wir wahrscheinlich niemals das Bar Oficina di Paul e Peter gefunden. Diese Bar befand sich wirklich im Nirgendwo. Allerdings war sie wie durch ein Wunder sehr gut besucht, die Leute waren super nett und es gab sogar etwas zu essen. Der Stil der Bar war eine Mischung aus Hipster und chic – Musik, Cocktails und Stimmung ein Traum. Also solltet ihr euch mal in die Gegend rund um Asolo (Pagnano) verirren, geht dort hin, ihr werdet es nicht bereuen.

 

 

 

 

Wir haben uns wohlgefühlt. Ob im Restaurant oder im Hotel, jeder Mensch war wirklich herzlich zu uns. Wir wissen zwar nicht ob viele Leute gecheckt haben das wir zusammen sind, haben uns aber natürlich nicht versteckt. Italien ist ein sehr sicheres Land für queere Menschen und wir haben bis dato noch keinerlei negativer Erfahrungen gemacht. Was jedoch witzig war: wir wurden im Hotel gefragt ob ein Queensize Bett ok für uns wäre