Destinationen, Portugal

Rumo Norte – Eine Entdeckungsreise in die Provinz Minho, Portugal

Portugal – wunderschöne Strände im Süden an der Algave, Städtetrips nach Lissabon und Porto, exzellente Wellen zum Surfen an den Küsten von Albufeira, Nazaré und Ericeira, aber kennt ihr auch die Region Minho?

Um ehrlich zu sein kannten wir die Region Minho vor unserer Reise auch nicht, erst durch die Tourismus Agentur Rumo Norte wurden wir auf diese Region aufmerksam. Wir kannten den doch sehr berühmten Vinho Verde von Bekannten zu Hause (ca. 50% der Luxemburgischen Population hat portugiesische Wurzeln) jedoch war uns die Region mehr oder weniger fremd.

 

Die Minho Region wird im Süden durch den Bezirk Porto und den Fluss Douro abgegrenzt, im Norden durch die Grenze mit Spanien und durch den Fluss Minho. Minho ist die ursprünglichste und traditionellste Region in Portugal und das bekannteste Merkmal der Region ist der Vinho Verde (grüner Wein oder junger Wein), einer der besten Weine Portugals und weltweit einzigartig.

Was uns nach Minho verschlagen hat? Ganz einfach, ein unschlagbares Angebot der Reiseagentur Rumo Norte aus Braga. Gemeinsam mit 2 weiteren LGBTQ Blogger-Pärchen wurden wir eingeladen, die Vielfalt der Region und deren Kultur kennen zu lernen.

 

HOTEL

Torre De Gomariz

Untergebracht wurden wir ein einem exzellenten 5* Hotel nahe Vila Verde. Das Torre de Gomariz thront mitten im Grünen in Form eines Schlosses hervor. Umgeben von wunderschönen Weingärten, vermittelt es einem sofort ein Gefühl der absoluten Ruhe und Gelassenheit.

 

Die Zimmer sind als Apartment-Anlage aufgebaut, jedes Zimmer hat seine eigene Terrasse, mit Blick auf den Pool und die Weingärten, wirklich himmlisch.

 

Hier trifft portugiesische Tradition auf moderne Architektur. Das Hotel erscheint keineswegs pompös sondern es verschmilzt förmlich mit der Umgebung und sticht durch den gewissen Sinn an Ästhetik hervor. 

Neben dem Außenpool besitzt das Hotel auch noch einen Spa Bereich mit Innenpool, Sauna, Dampfbad und Massage Möglichkeiten.

Highlight im Hotel? Schwer zu sagen… wir schwanken zwischen der privaten Tour durch die Weingärten, dem Aperitif am Dach des Turms oder dem köstlichen Essen hin und her. Vielleicht aber auch das XXL Bett, oder der gute hauseigene Vinho Verde, der für ca. 6€ an der Rezeption erhältlich ist.

Das gesamte Anwesen strahlt vor Still, Klasse und Ruhe. Ein Aufenthalt in diesem Hotel ist einfach traumhaft. 

 

 

So last uns die Reise beginnen…

Bereits vor unserer Ankunft wurde uns das Programm der Reiseagentur zugeschickt. Am ersten Tag waren wir zugegebenermaßen schon etwas nervös, die anderen Blogger, wobei eigentlich müssten wir Sie Vlogger nennen, kennen zulernen.

 

DAY 1 – LOCAL GEMS

Das Kennenlernen lief überraschend aufgelockert und super. Wir haben uns sofort mit den Mädels verstanden und quatschten über unsere Reiseerfahrungen, LGBTQ Travel und andere Sachen.

 

Der erste Tag war dem Lokalen gewidmet. Wir sollten erstmal die Kultur der Region Minho kennen lernen und uns ein Bild von den Einheimischen machen. Nach einem wirklich guten Burger im DeGema Braga gings los in Richtung Hotel.

Wie bereits erwähnt war das Hotel wirklich hammermäßig. Der Hoteldirektor organisierte uns einen kleinen Aperitif am höchsten Punkt des Hotels, dem Turm. Von dort aus konnten wir die unendlich weiten Wälder und Weinberge genießen.

Kleiner Tipp an alle frisch Verliebten: in dem Turm sind die Hochzeitssuiten.

Anschließend gings mit dem Auto weiter in Richtung Vila Verde. Vila Verde ist eine Kleinstadt, die vor allem durch das Alianca Artesanal bekannt ist.

 

Alianca Artesanal

Schon mal etwas von selbst gestickten Stoff-Taschentücher bzw. „Tischdeckerl“, auf englisch auch handkerchief gehört? Tja wir auch nicht… Aber deswegen waren wir im Artesanal.

Hier werden per Hand Stickereien auf sogenannten Stoff-Taschentücher angebracht – Lenco dos namarados. Das Ganze hat einen historischen Hintergrund, früher wurden diese (mit Sprüchen oder Gedichten versehen) seiner/m Zukünftigen/r geschenkt, um die Verlobung zu besiegeln. Da viele Leute früher der portugisischen Rechtschreibung noch nicht Herr waren, finden sich auf den Taschentüchern einige Fehler, die bewusst übernommen wurden, damit es authentischer wirkt.

Wir lernten einige der Näherinnen kennen, die uns voller Stolz Ihre Arbeiten zeigten.

 

Letra craft beer

Unsere 2. Station in Vila Verde war mehr nach unserem Geschmack.

Nicht das wir die Stickerei nicht interessant fanden, aber eine Brauerei ist halt doch mehr unser Metier, vor allem wenn Vlogger namens Beer4Breakfast dabei waren. Letra ist eine kleine Brauerei die verschiedene Sorten Craft Beer herstellt.

Jedes Bier beginnt mit einem anderen Buchstaben und ist dementsprechend anders gebraut. Unser Favorit war definitiv der Buchstabe F – ein India Pale Ale. Natürlich haben wir uns auch einen Vorrat für zuhause mitgenommen – aber zu unserer Koffer Story kommen wir später noch :P

 

 

Festa das Colheitas

Auf unser Abendprogramm waren wir ja mal wirklich gespannt. Unsere Guides Marisa und Daniel nahmen uns auf ein traditionelles portugiesisches Fest mit. Die Festa das Colheitas kann man sich wie eine Kirmes zum Thema Landwirtschaft vorstellen.

Neben Traktor Aussteller gab es Unmengen an gutem Essen sowie eine Halle mit Wein / Feuerwasser und anderen Spirituosen Ausstellern.

Obwohl die Masse an Essen (und vor allem das viele Fleisch) zuerst gewöhnungsbedürftig waren, hatten sie uns mit den leckeren Desserts. Wie wir halt so sind, haben wir natürlich auch sehr viel Wein und Sekt probiert und interessante Bekanntschaften mit lokalen Weinhändlern, die zumindest einen kennen der Luxemburg wohnt mit dem sie verwand sind geschlossen.

Ein sehr gelungener Abend. Das Highlight war das portugiesische Feuerwasser – ein Schnaps aus Portugal.

 

Wir mit unserem Guide Daniel

 

DAY 2 – THE BEAUTY OF NATURE

Der 2. Tag unseres Trips war der Natur Minhos gewidmet. Früh morgens ging es mit unserem „Hippy Van“ aka einem uralten Mercedes Vito in Richtung Peneda – Geres National Park. Die Fahrt dorthin dauerte über eine Stunde.

Dazu müssen wir aber auch sagen, dass die Trips mit unserem Van sehr lustig war und wir die Chance hatten uns besser kennen zu lernen. 

 

Peneda Geres National Park

Begleitet wurden wir von einer Dame, die bereits über 20 Jahren im Nationalpark arbeitet. Der Nationalpark ist einer der wenigen Nationalparks weltweit, der von Zivilisten bewohnt wird. Erreichbar von Portugal sowohl als auch von der spanischen Seite.

 

Wir nutzen den Ambos os Rios Eingang. Anfangs waren wir uns nicht sicher, was uns erwarten würde, da das Gebiet riesig ist, uns wir aber nur ca. 5 Stunden Zeit hatten.

 

 

Erster Halt war Germil – eine „Ortschaft“ im Nationalpark. Ortschaft ist wirklich etwas weit hergeholt, da vielleicht 4 Häuser in diesem Gebiet standen. Wir bekamen die Gelegenheit ein typisches Haus von innen zu sehen – richtig cool und total unerwartete Einrichtung. Die nette Besitzerin zeigte uns voller Stolz die Räumlichkeiten, die übrigens auch an Touristen vermietet werden können.

 

von links nach rechts: Marisa (Rumo Norte), Justina & Mischa (Beer4Breakfast), wir beide, Yasmin & Amy (A2Y travellers) und Daniel (Rumo Norte)

 

Weiter ging es nach Brufe, wo wir ein ausgezeichnetes Mittagessen im Restaurante Oabocanhado zu uns nahmen.

 

 

Dieses Restaurant versteckt sich mitten in der Natur. Eine kleine Treppe führt von der Straße aus zum Restaurant –  ein modernes Gebäude mit Glasfront und einer spektakulären Aussicht in die Natur Portugals. Wie immer waren die Gastgeber mehr als zuvorkommend und haben uns voller Stolz ihre portugiesische Spezialitäten aufgetischt. Die Mischung aus der Moderne und der Tradition ist ihnen mehr als gelungen, wir waren begeistert. 

 

 

Der letzte Stopp war über die alte Römerstraße zum Staudamm.

 

 

Auf dem Weg dahin begegneten wir sogar einigen wilden Kühen.

 

 

Abends hatten wir endlich die Gelegenheit den Wellness Bereich des Hotels zu nutzen, bevor es zu einem 5 Gänge Menü ins Hotel ging. Ein weiterer abenteuerlicher Tag ging zu ende und wir blickten mit einem lachenden sowohl traurigen Auge unserem letzten Tag entgegen.

 

 

DAY 3 – THE CULTURE OF MINHO

Unser letzter Tag Stand im Zeichen der Kultur von Minho

 

Sameiro

Erste Station: Basilika Unserer Lieben Frau von Sameiro. Sameiro ist westlich von Braga gelegen und bietet eine Atemberaubende Aussicht auf die Stadt – auch Tore des Himmels genannt. Hier ist einer unserer coolsten Schnappschüsse entstanden.

 

Obwohl wir eigentlich nicht wirklich an Kirchen interessiert sind, ist diese schon etwas ganz besonderes, und die Leute kommen auch nicht nur wegen der Kirche, sondern primär wegen der wunderbaren Aussicht.

 

 

 

Bom Jesus

Diese Kirche dient vielen Menschen als Wallfahrtsort. Das markanteste Merkmal sind die barocken Monumentaltreppen, die über einen Höhenunterschied von 116 Metern führen.

 

Das Highlight jedoch ist nicht die Kirche selber, sondern die Tropfsteinhöhle, die sich direkt daneben befindet. Unser Tipp: trinkt doch etwas im Bistro daneben, dort habt ihr einen wunderbaren Ausblick und könnt ganz in die Kultur dieses Ortes eintauchen.

 

 

Braga

Die Altstadt von Braga ist eine Perle für sich. Leider hatten wir nicht genügend Zeit, um sie in vollen Zügen zu genießen aber die süßen Cafees und aufgeweckten Menschen vermitteln einen das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen. Braga ist die älteste Stadt in Portugal und auch bekannt als die Stadt der Erzbischöfe.

 

 

Guimaraes

Portugals Geburtsstadt, ca. 40 min von Braga entfernt. Wir besuchten das Schloss sowie die alten Ruinen. Was jedoch viel interessanter war für uns, als diese Touristen Spots war die Altstadt.

 

Überall in den kleinen Gassen befinden süße Shops, Restaurants und Cafés. Alle Generationen kommen hier an dem Platz mit den Bars zusammen und genießen den Feierabend. Nun können wir endlich unsere portugiesischen Mitmenschen in Luxembourg verstehen, die auf der Straße sitzen und feiern, mit Nachbarn reden und das Leben genießen. Genau dieses Flair vermittelt Guimaraes, und ein großes Bier auf einer der unzähligen Terrassen kostet lediglich lappe 2,50€!

 

 

Lokales portugiesisches Abendessen

Ehrlich gesagt waren wir mehr als skeptisch, als uns unser Guide Marisa mitteilte, dass wir bei Ihrer Familie (und wenn Portugiesen von Familie sprechen sind mindestens 3 Generationen vertreten) zu Abend essen werden.

 

 

Der Abend entpuppte sich jedoch als einer der schönsten und heimeligsten Abende ever! Noch nie zuvor haben wir uns bei fremden Leuten direkt so wohl gefühlt. Es gab mindestens 15 verschiedene typische Gerichte  Marisa’s Oma mit sehr viel Liebe für uns vorbereitet hat. 

Ihr fragt euch bestimmt wie wir mit ihnen kommuniziert haben…ehrlich gesagt mit Händen und Füßen und mit mini Brocken portugiesisch. Das Oberhaupt der Familie, der Opa sprach ein wenig französisch, wodurch es für uns umso leichter war, zu kommunizieren. Der Sympathie-funken sprang über, als wir (als gekonnte Genießer) direkt Feuerwasser probierten und dabei keine Miene verzogen, und uns sehr interessiert an der Destillation und der Kultur dieses Schnaps zeigten. An dieser Stelle möchten wir uns erneut für diese Erfahrung bedanken.

 

 

 

Der letzte Tag unserer Reise ging auf ein Ende zu, und wir verbrachten die Nacht damit, mit unseren Blogger / Vlogger Kolleginnen im Zimmer zu sitzen und Vinho Verde zu trinken – Mädels ihr fehlt uns jetzt schon!

 

Fernab der touristischen Plätze wie Porto, der Algave oder Lissabon versteckt sich die Region Minho, die den wahren Flair Portugals und die Kultur der Einheimischen widerspiegelt. Sei es Entspannung mitten im Vinho Verde Anbaugebiet, ein ausgiebiger Trip durch den Nationalpark oder ein kurzer Bummel durch die Stadt Braga, Minho ist wie ihre Einwohner ein ungeschliffener Diamant. Durch unseren Trip durften wir tief in die Kultur Minhos eintauchen und die gewonnenen Eindrücke werden uns ewig in Erinnerung bleiben.

 

Die Kultur in dieser Region, und speziell die Menschen lernten uns eine Sache ganz besonders: sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen und das Leben mehr genießen, ohne dabei ständig mit irgendetwas unzufrieden zu sein.

Wie bereits in unseren Social Media Kanälen erwähnt, wurden wir von der Tourismus Agentur „Rumo Norte“ zusammen mit 2 weiteren LGBTQ Vlogger (Beer4Breakfast & A2Ytravellers) zu diesem Trip eingeladen. Auf Grund des Zeitmangels war unser Programm relativ stramm und durchgeplant, da es ansonsten nicht möglich gewesen wäre, so viele Plätze zu besuchen. Dadurch hatten wir leider keine Zeit für Spontanitäten und andere Dummheiten, die uns auf unseren anderen Reisen meistens einfallen. Nichts desto trotz war es eine gelungene Reise und wir möchten uns auch hier noch einmal recht Herzlich bei unseren super Guides Marisa und Daniel bedanken, die übrigens auch Leiter der Reiseagentur Rumo Norte sind.

 

Sollten wir eure Reiselust durch diesen Beitrag auf Minho geweckt haben, raten wir euch, Kontakt mit dieser Reiseagentur aufzunehmen, da sie euch euren maßgeschneiderten Trip zusammen stellen und auch wenn ihr keinen Bock auf Aktivitäten habt, sie wissen wo die coolsten Bars und schönsten Plätze sind!

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Rumo Norte ist übrigens EXTREMST LGBTQ friendly!

Die Zeit in Minho war vieles, aber sicherlich nicht uninteressant. Wir sind unendlich dankbar für diese Erfahrung und darauf, coole Blogger Bekanntschaften mit den Mädels von Beer4Breakfast sowie A2Ytravellers gemacht zu haben und freuen uns auf ein baldiges wiedersehen.

Nun kurz zu unserer Koffer Story: Wir kamen mit ca. 19 Kilo Gepäck nach Portugal und flogen mit 27 kgs zurück, zum Glück mussten wir kein Übergepäck bezahlen, dass wäre teuer geworden. Der Grund für das Übergepäck: Vinho Verde, Feuerwasser und andere Leckereien aus Minho. 

 

 

Minho ist auf jeden Fall eine Gegend, in der LGBTQ Pärchen willkommen sind. Die Gegend beschränkt sich hauptsächlich auf Outdoor Aktivitäten, Trips in die umliegenden Städte und Weintouren und ist somit ein super Ziel für Reiselustige queere Paare. Wir 3 LGBTQ Pärchen haben uns im Torre De Gomariz Hotel zu 100% wohl gefühlt und mussten unsere sexuelle Orientierung weder vor dem Personal, noch vor den anderen Gästen verstecken. Portugal und vor allem der Norden wirkt auf den ersten Blick sehr traditionell und konservativ, jedoch können wir wirklich nur betonen, dass wir überall mit offenen Armen empfangen wurde und unsere sexuelle Orientierung keinerlei Rolle dabei spielte.