Österreich

Aktivurlaub im Zillertal – der perfekte Trip um dem Alltag zu entfliehen

Aktivurlaub im Zillertal? Das ist doch bloß ein bisschen rumwandern in den Bergen, hier und da was trinken, aber vor allem eines – tot langweilig für zwei junge Menschen, die einen abenteuerlichen Sommer erleben wollen. FALSCH! Bisher kannten wir das Zillertal nur von unseren Skiurlauben, aber nun wollten wir diese wunderschöne Gegend auch mal im Sommer auskosten und schauen was Aktivurlaub im Zillertal so mit sich bringt.

 

 
Auch wir waren anfangs der Annahme, wir würden im Zillertal wandern, Fahrräder ausborgen und die Landschaft genießen. Bis wir unser Programm – zusammengestellt vom Tourismusverband Zillertal geschickt bekamen. Was waren da für exotische Sachen dabei: Canoying, Wildwasser-Rafting, Bogenschießen und Hochseilgarten! Unsere Augen begannen schon vor lauter Aufregung zu funkeln und auf einmal dachten wir uns: Aktivurlaub im Zillertal ist doch nicht nur wandern und chillen oder mit dem Fahrrad ins nächste Dorf fahren.

 

 
 
Untergebracht waren wir im Aktivhotel Tuxerhof in Zell. Das Hotel liegt direkt an der Seilbahn und ist auch im Sommer der ideale Ausgangspunkt für die Aktivitäten. Mayrhofen ist ungefähr 10 Minuten entfernt, die Stadtmitte von Zell um die 2 Minuten mit dem Auto. Die Zimmer waren sehr sauber und großräumig, und das Personal im Hotel war stets gut gelaunt und gab einem ein wunderbares Wilkommensgefühl.
 


 
 
Frühstück und Abendessen war zwar im gegenüberliegenden Restaurant Teufelsküche, hat uns persönlich aber gar nicht gestört, da wir auch dort exzellent verköstigt wurden. Im Winter wäre dies vielleicht etwas umständlich, Jacke anziehen, Jacke ausziehen.
 

 
 
Gerne hätten wir uns auch noch an den Hotel-Teich gechillt, aber leider fehlte uns dazu Zeit und Kraft nach unseren Aktivitäten.
 
 
 
 

3D Bogenschießen

 

Unser erster Programm Punkt war 3D Bogenschießen im Aktiv Zentrum Zillertal in Laimach. Das Bogenschießen befindet sich beim Talbachstüberl in Laimach. Easy dachten wir, was kann am Bogenschießen schon anstrengend sein? HAHA – relativ schnell wurden wir allerdings eines besseren belehrt.

 

Das Aktiv Zentrum Zillertal bietet verschiedene Arten von Bogenschieß-Kursen an. Wir haben einen Jagtbogenkurs gemacht. Dieser Kurs ist ein Intensivkurs und dauert 2-3 Stunden. Unsere „Trainerin“ Tanja erklärte uns die verschiedenen Bögen sowie ein paar Hintergrund – Infos zum 3D Park, dem Schießen und der Ausrüstung.


 

Schnell wurde uns bewusst, dass zum Bogenschießen wohl doch mehr dazu gehört als zielen & schießen. So einen Pfeil zu schießen ist gar nicht mal so einfach. Nach einer Stunde Training gings endlich ab in den Wald – dem eigentlichen Park. Insgesamt konnten wir über 30 3D Tiere schießen, pro Person hatten wir 5 Pfeile zur Verfügung pro Tier.


 
Die Tiere zu treffen ist schwerer als gedacht: die Körperhaltung muss stimmen und natürlich muss auch richtig gezielt werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten „erlegten“ wir schlussendlich aber noch ein paar Tiere. Insgesamt waren wir 2 Stunden im Wald unterwegs und hatten unseren Spaß.
 

 
 
Nach einer erfolgreichen „Jagt“ erholten wir uns bei einem guten Glas Zillertaler von unserem Abenteuer, hierbei möchten wir noch erwähnen, dass wir das Gelände und die Aktivität total unterschätzt haben – aber sehr positiv überrascht vom Fun-Faktor.


 

Zum Glück hatten wir ja Tanja, die auf uns aufpasste und uns das Bogenschießen wie ein Profi lernte. Normalerweise ist kein Guide im Wald dabei – aber Tanja hatte für uns eine Ausnahme gemacht, danke nochmals dafür, ansonsten hätten wir uns wahrscheinlich gegenseitig abgeschossen.


 
 
 
 

Rafting

 

Am zweiten Tag gings schon früh morgens los, wir mussten ins Mountain Sports Base Camp nach Mayrhofen fahren, von dort aus startete „Rafting am Ziller“. Rafting war uns beiden ein Begriff, und trotz der unbequemen Neoprenanzüge waren wir schon sehr motiviert darauf. Die Organisation von Mountain Sports klappte auch super, insgesamt wurde ca. 25-30 Leute mit eigenen Bussen (die Bote im Anhänger) an den Start am „Wildwasserfluss“ Ziller gebracht.


 

Unser Guide Andi, der übrigens wirklich was von seinem Fach versteht erklärte uns Rafting, schaffte es binnen kurzer Zeit uns zu einem Team zu formen und sein Vertrauen zu gewinnen. Er brachte uns die „Kommandos“ bei und lernte uns, wie wir zu rudern haben. Zu 8 gings ab in die wilden Gewässer des Zillers. Unser persönliches Highlight: Das Wildwasser-Schwimmen! Eine einmalige Erfahrung, klingt am Anfang zwar alles ziemlich krass, ist in Wirklichkeit aber relativ ungefährlich (sofern die Regeln vom Guide befolgt werden).
 


 
Wir schossen insg. 2h lang durch die wilden Wellen und Strudel, bevor wir erschöpft ankamen. Nass vom Wasser, aber dennoch nicht kalt durch den Anzug waren wir um eine geile Aktivitäten-Erfahrung reicher.
 

 
 
Rafting ist übrigens auch etwas für Kinder: In unserem Boot war ein kleiner Junge (5) und hat es voll gefeiert, also keine Angst liebe Eltern, eure Kinder halten das schon aus :)

 
 
 
 

Canyoning

Voller Adrenalin vom Rafting stand um 14:00 nachmittags schon die nächste Aktivität am Programm: Canyoning in der Blue Lagoon, mit Mountain Sports Zillertal. Unter Canyoning konnten wir uns anfangs nicht wirklich viel vorstellen, aber nach ein paar Videos und Google- Recherche, wussten wir in etwa was auf uns zukommt. Unter Canyoning versteht man das Begehen einer Schlucht von oben nach unten, sprich entweder zu Fuß, durch Abseilen oder Sprünge ins Wasser. Ehrlichgesagt war Canyoning unsere größte zu überwindende Hürde im Programm: eine von uns leidet leider unter extremer Höhenangst, und wir waren uns vor der Tour noch nicht sicher, ob wir Canyoning wirklich machen können, ohne abzubrechen. Nichts desto trotz nahmen wir unseren Mut zusammen und begaben uns mit unserem Neoprenanzug in die Schlucht des Zemmbachs.
 


 
Am Anfang der Tour erklärte uns unser Guide das wir fast immer mehrere Optionen hätten und wir nicht springen müssten, wenn wir nicht wollten. Das beruhigte uns, sowie ein paar andere Gäste zumindest schon einmal. Die Gruppenkonstellation beim Canyoning war relativ lustig: wir waren zu 4- Pärchen, wobei immer einer dabei war, der etwas mehr Angst hatte und diese Aktivität vermutlich nur seinem Partner zuliebe mitmachte.

Nichts desto trotz gaben wir uns alle Mühe, dem voranschreitenden Guide zu folgen und uns an das kalte Wasser, die Steine und die Umgebung (mitten in einer Schlucht steht man auch nicht alle Tage) zu gewöhnen. Und plötzlich war er da: der erste Sprung-Felsen. Wir waren schon alle ganz aufgeregt. Obwohl es nur ca 1,5 Meter waren, war es schon eine erste Hürde.

Alle Gruppenmitglieder meisterten diesen Sprung. Man merkte, wie froh verschiedene über diese Leistung waren und wir alle freuten uns füreinander. Dann gings weiter, bis wir an ein glasklares Wasserbecken kamen, wo wir durchschwimmen mussten. Seit ihr schon einmal in einem ultra-Blauen „Wildbecken“ geschwommen? Nein? Tja wir auch noch nie, aber es ist als wäre man in einer anderen Welt. So wunderschön und rein. Danach kam die nächste Challange: Abseilen über einen Wasserfall. OMG dachten wir uns. Aber wir folgten den Anweisungen des Guides und kamen alle heil an.

Dazu  müssen wir sagen das wir mit diesem Guide nicht so eine Vertrauensbasis aufbauen konnten wie mit Andi, uns wäre es viel geholfen gewesen, wenn er verschiedene Sachen besser und öfters erklärt hätte, bzw. ein bisschen Tempo aus der Wanderung rausnahm – schließlich stapft man ja nicht alle Tage durch eine Schlucht mitten im Zillertal im Neopren Anzug.
 


 
Ziemlich cool ist, dass der Veranstalter auch Helme mit GoPro Halterung anbietet, somit könntet ihr euer ganzes Canyoning Abenteuer filmen. Wer keine GoPro besitzt, auch nicht schlimm, wie zuvor beim Rafting machen hier die Guides auch Fotos vom Abseilen, bzw springen, und die Fotos werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Denkt bitte nur dran, einen Stick mitzunehmen.
 
 

 
 
 

Hochseilgarten

Etwas angeschlagen und erschöpft von den letzten Tagen machten wir uns auf den Weg zum Hochseilgarten in Gerlos. Allein die Hinreise ist schon ein Highlight für sich, da wir eine fantastische Sicht über das ganze Zillertal genießen konnten.

 

Am Parkplatz angekommen, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Hochseilgarten. Kurz vorm Ziel begegneten wir sogar Almkühe in freier Wildbahn, ein sehr unbekanntes Bild für uns, wir waren begeistert aber auch sehr vorsichtig, da diese Kühe sogar Hörner hatten.

 

Beim Hochseilgarten angekommen, wurden sofort herzlich vom Team begrüßt und wir bekamen eine Einschulung in die Ausrüstung und in den Park. Der Park besteht aus einem „kleineren“ Parcours, den großen Hochseilgarten (Dauer bis zu 3h) und einem Flying Fox Parcours mit 15 Zip-Lines.
 


 
Leider war es an dem Tag ein bisschen nass, deshalb war das Holz der verschiedenen Stationen rutschig.

 

Zuerst wagten wir uns auf den kleineren Parcours, der auch wirklich nicht ganz ohne war. Hier kommen wir nochmal auf die Höhenangst zu sprechen, die für eine von uns eine große Überwindung kostet. Nichts desto trotz haben wir den ersten Schritt gemeistert und waren neugierig auf mehr. Der anderer Parcours war noch viel höher und grösser, jedoch trauten wir uns auch dort hinauf, da es auch hier wieder die Möglichkeit gab, den Parcours abzubrechen, bzw. mit einer Zip Line aus dem Parcours aussteigen.

 

 

 

Als nächstes stand der Flying Fox Parcours am Programm: Wer hatte noch nicht den heimlichen Kindheitswunsch, sich von Baum zu Baum wie Tarzan schwingen zu können?:)
Dieser Parcours fühlt sich genauso an! Man hängt sich mit seinen Sicherungen in den Draht ein und rutscht über das Seil von Baum zu Baum – einfach nur cool. Kleiner Tipp von uns, UNBEDINGT mit den Beinen nach vorne schwingen, am Ziel wartet der Baum, trotz Polsterung, kann das mit vielen blauen Flecken enden. Aber egal, das ganze macht einfach extrem viel Spaß.

 

 

Der Hochseilgarten ist ein riesiger Spielplatz in den Bäumen für Kinder und Erwachsene, wo man fast einen ganzen Tag verbringen kann. Das Team vor Ort ist super cool und ermöglichte uns ein unvergessliches Abenteuer.


 
 
 

Das Highlight unseres Urlaubes? Schwer zu sagen… Der Moment als wir mitten in einer Kuhweide standen, und uns nicht sicher waren, ob wir lebend raus kommen würden ist unter den Top 5.
 


 

Zur Verteidigung der Kühe müssen wir sagen, dass sie uns fast kaum beachtet haben. Auf die Aktivität bezogen wäre es wohl Canyoning, da es einfach ein unfassbares Gefühl ist, von einem 5 – Meter Felsen in kristallklares Wasser zu springen, bzw. über einem Wasserfall abgeseilt zu werden. Am meisten überrascht hat uns jedoch definitiv das Bogenschießen – wir können es nur immer wieder betonen – nehmt das nicht auf die leichte Schulter, es ist extrem ansträngend.

 

Wir hatten unvergessliche 3 Tage. Vom Gefühl purer Freiheit, Adrenalinschub und panischer Angst war so ziemlich jede Emotion einmal vorhanden. Aktivurlaub im Zillertal bedeutet definitiv nicht nur wandern und Fahrrad fahren, das Angebot an Aktivitäten ist riesig. Was wir persönlich gelernt haben ist, dass es nicht darauf ankommt bei einer Aktivität zb Canyoning alle Sprünge mitzumachen, sondern das es darum geht, Neues zu probieren und über den eigenen Schatten zu springen. Die unter euch, die Angst vor verschiedenen Dingen haben (z.B.: Höhe, Kälte, Wasser etc.) raten wir, es zu probieren!
 

Ihr werdet wirklich überrascht sein, wieviel Spaß euch ein Aktiv-Urlaub machen kann und wie sehr ihr euch dadurch persönlich weiter entwickelt und Ängste so überwunden werden können. Habt keine Angst – traut euch und mit den richtigen Guides kann euch wirklich nichts passieren. Wir sind froh, dass wir, obwohl eine von uns an einer unfassbaren Höhenangst leidet, alle Aktivitäten so gut es ging mitgemacht haben, und dabei mit einer Ausnahme sehr gut betreut wurden. Hätten wir die Wahl zwischen einer Pauschalreise & Aktivurlaub – dann wäre unsere Antwort definitv Aktivurlaub, da wir auf Abenteuer stehen und der Meinung sind wenn man nach dem Urlaub das Gefühl hat, man würde nochmal Ürlaub zur Erholung benötigen dann war’s ein guter Urlaub!
 


 

DANKE an die tolle Gruppe vom Kletterpark Gerlos, die uns die Angst nahm in 30m Höhe rumzuturnen, DANKE an Tanja vom Aktivzentrum Zillertal, die nicht nur eine super Bogenschieß-Lehrerin ist, sondern auch noch ein sehr sympathischer Mensch und ohne die wir bestimmt einige Pfeile nicht mehr gefunden hätten. DANKE auch an die exzellente Bewirtung im Aktivhotel Tuxerhof und das Restaurant Teufelsküche.

Ein großer Dank gilt auch Andi von Mountain Sports Zillertal dem übermotivierten und lustigen Rafting – Coach – auch wenn wir manchmal Probleme hatten, seinen Dialekt zu verstehen, versteht er es, eine Gruppe verschiedener Leute zu einem Team zu formen, wie wir es im Rafting erleben durften und last but not least Danke an den Zillertaler Tourismus Verband für die Einladung!

Wir durften super Erfahrungen machen und hatten einen abwechslungsreichen Trip. Vielleicht noch ein letzter Tipp: macht nicht zu viele Aktivitäten auf einem Tag, wir waren nach 3 Tagen schon sehr kaputt und müde! Lieber langsamer angehen und einen Wellness oder Shopping Tag dazwischen quetschen.

 

 

 

Vorbildlich – wir wurden überall super freundlich empfangen und aufgenommen. Durch unsere Vorankündigung als LGBTQ Blogger wussten auch (vermutlich) alle Bescheid, dass wir zusammen sind. Da Aktiv-Urlaub auch bei LGBTQ Pärchen, vor allem Lesben sehr beliebt ist, können wir euch das Zillertal bzw. die Anbieter der Aktivitäten mit gutem Gewissen weiter empfehlen!